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Ortsteil Kümmritz

Gemeindeteil: ohne
Lage: Kümmritz liegt 8,5 km (Luftlinie) nordwestlich von Luckau.
Namenserklärung: unbekannt
Frühere Schreibweisen: Kümmeriez, Kommeriecz, Kummeritz

Mucke führt den auf das sorbische “Komorica“, von sorbisch “Komor“ – Stechmücke – zurück. Sicherlich können hier Zusammenhänge zur Niederungslage und Fließen gesehen werden.

Erste urkundliche Erwähnung: Der Ortsteil wurde urkundlich am 18. Juni 1450 als “Kümmeriez“ erstmalig erwähnt. Andere urkundliche Erwähnungen sind vom 17. Oktober 1527 als „Kommeriecz“ bekannt.
Einwohnerzahl: 105 (Stand: 09.09.2014)
Geschichte: Kolowradt, Landvogt der Niederlausitz, erteilte im Namen des böhmischen Königs Rudolf II. am 01. Dezember 1586 nach dem Tode des Eustach von Birkholz die Belehnung mit „Kummeritz, Forberg, Schefferey, Zinse und Pechte“. (Prag, Stadthalterarchiv). Ihre Namen führen bis ins Jahr 1746. 1938 wird ein Major a. D. Wilhelm von Trotha als Besitzer genannt. Er kam 1945 ums Leben. Das Gut stand unter Verwaltung der Kur- und Neumärkischen Ritterschaft. Das Gutsland umfasste 424 ha, das mit der Bodenreform an 21 Neusiedler und Bauern verteilt wurde. Heute werden die Flächen von den Wiedereinrichtern Bauern Horst, Off und Terno sowie vom Bauer Richter und Sohn bearbeitet.
Auch in vorgeschichtlicher Zeit war die Gemarkung besiedelt. Um 1870 wurde 1 km nordöstlich des Dorfes ein westgermanisches Gräberfeld entdeckt. Die Grabstätten enthielten Eisen- und Bronzebeigaben verschiedener Art. Das Gräberfeld gehört in die westgermanische Zeit (500 – 300 v. Chr.).
Landschaft: Kümmritz hat wie auch andere Orte im Kreis einen Weinberg. Jedoch erhebt sich dieser „Weinberg“ 300 m westlich vom Dorf stolze 86 m. Er bestand noch 1864, wurde aber bald danach aufgegeben. Das Weinberghäuschen, das die Weinpresse beherbergte, stand noch zur Zeit des 1. Weltkrieges.
Kirche: Die Kirche ist ein spätmittelalterlicher Bau aus Findlingsmauerwerk. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde an der Westfront ein Holzturm angebaut. Die beiden Glocken, seit langem nicht mehr zu hören, stammen vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirchengemeinde restaurierte aus Eigenmitteln den Bau. Auf dem ehemaligen Gutshof ist das Herrenhaus erhalten geblieben. Die über dem Rundbogenportal angebrachten Doppelwappen sind die Allianzwappen der Familien von Sebottendorf-Birkholz und von Birkholz-Larisch, Besitzer des Gutes in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
 Ortsvorsteher: siehe hier

 

 
 
 
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