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Roter Turm

Der Rote Turm ist ein Teil der Befestigungsanlage in der Stadtmauer.
Neben diesem Turm war das Calauer Tor der Zugang über eine Zugbrücke zur Stadt im Mittelalter.
Vom Calauer Tor und von der Stadtmauer an der Nordseite des Turmes war ein direkter Zugang in über 9 m Höhe.
Der Ursprung des Turmes ist zum Zeitpunkt der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert zu suchen.
Seine Höhe hat er in mehreren Etappen erreicht, welche die baulichen und maßlichen Absätze am Turmschaft beweisen. Der untere Bereich bis 13 m Höhe hat eine Wanddicke von 2,50 m, darüber ist die Schaftwand bis 1,10 m dick.
Bei den Kämpfen 1813 um Luckau erlitt der Rote Turm schwere Beschädigungen. Eine Gedenktafel, die 1963 in das Mauerwerk des Roten Turmes eingelassen wurde, erinnert an das Gefecht vom 4. Juni 1813, als der Vormarsch der napoleonischen Truppen auf Berlin verhindert wurde.

In den Bauarchivakten von 1798 wird die Schindeldeckung bemängelt und eine Weißblechdeckung vorgeschlagen.
Im Jahr 1822 wurde der Rote Turm wiederhergestellt, wobei das Dach die heutige Zwiebelform erhielt. 1853 und 1871 wurden weitere Reparaturen durchgeführt. Die Zinkblechdeckung von 1871 war bis 1963 erhalten.
1963 erhielt das Dach eine Schieferschindeldeckung, weil die Zinkblechdeckung stark zerstört war.
Durch die Bereitstellung von Fördermitteln im Spätherbst 1992 konnte mit einer umfangreichen Instandsetzung des Turmes im Oktober 1992 begonnen werden.

Am 6. November 1992 wurde durch den Klempnermeister Fuchs und seine Mitarbeiter die Turmspitze des Roten Turmes mit Knauf, Stern und Wetterfahne abgenommen.
Die Schatulle im Knauf enthielt Dokumente über Reparaturen am Dach des Turmes von 1822, 1871 und 1963.
Als die Dachschalung abgenommen wurde, sah man von der Rüstung aus erst die wahre Schädigung des Holztragwerkes vom Dach- und Kaiserstuhl.
Durch Blitzschlag und sonstige Beschädigungen war die Dachabdeckung wohl zeitweise länger undicht.
Durch tierische Schädlinge kam es zum Verfall des Holztragwerkes, so dass die Schädigung so gravierend war, dass der Dachstuhl vollkommen erneuert werden musste.
Das Errichten des Dach- und Kaiserstuhles und die Kupferdeckung wurden auf dem Terrain neben dem Roten Turm vorgenommen. Die fertige Haube wurde von einem Kran am 4. Juni 1993, auf den Tag genau - 180 Jahre nach dem Gefecht bei Luckau, aufgesetzt.
Der Kran hatte keine Schwierigkeiten mit der ca. 11 Tonnen schweren Dachhaube und der Höhe (Turmspitze bis 34,5 m über OKG).
In die Schatulle des Turmknaufs wurden Zeichnungen vom Turm, eine Beschreibung des Bauablaufes und der Arbeiten, Zeitungen und Münzen, sowie Kopien von den vorausgegangenen Reparaturbeschreibungen von 1822, 1871 und 1963 hineingelegt.

 
 
 
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